Ausflug der besonderen Art für Eschweiler Berufsschüler

Zweitägiges Planspiel zur Kommunalpolitik in der Einrichtung. Von der Bürgermeisterwahl bis zur Pressegruppe.

Der Spielplatz um die Ecke, das örtliche Freibad, der nahegelegene Kreisverkehr — dass Politik mehr ist als nur die „große weite Welt“, erlebten Schüler der Klasse WHB 17 A (Höhere Handelsschule) des Berufskollegs Eschweiler im Rahmen eines zweitägigen Planspiels zur Kommunalpolitik.

Planspiel
Einen spannenden Ausflug in die Politik unternahmen jetzt Schüler des Berufskollegs. Fotos: Suher Gashi

Ausgearbeitet und durchgeführt wurde die Veranstaltung von Ute Hein, Kommunikationstrainerin und freiberufliche Dozentin für politische Bildung, in Zusammenarbeit mit der Konrad-Adenauer-Stiftung.

Nach einem kurzen Lehrfilm zu den Grundlagen der Kommunalpolitik ging es an die Arbeit: auf Basis von Rollenkarten mit einer bunten Palette von Berufen bildeten sich die Fraktionen aus CDU, SPD, Grünen, FDP und UWG.

Lebhaft diskutiert wurden Anträge aus der kommunalpolitischen Realität wie die Gebäudesanierung einer Grundschule, der Zukunft des städtischen Freibads oder dem Beitritt zu einem internationalen Klimabündnis. Doch zunächst musste natürlich ein Bürgermeister gewählt werden, dem ein kurzer, engagiert geführter Wahlkampf vorausging. Defne Sarsik machte schließlich das Rennen. Die zuvor formulierten Anträge der einzelnen Fraktionen wurden dann im Rahmen einer Ratssitzung diskutiert und zur Abstimmung gebracht. Parallel berichtete eine von der Klasse gebildete „Pressegruppe“ auf einem Demo-Twitter-Account vom Verlauf der Sitzung. Alle Sitzungsteilnehmer konnten die per Beamer in den Sitzungsaal übertragenen Tweets in Echtzeit lesen und darauf reagieren.

Trotz zum Teil sehr kontrovers, aber immer sachorientiert und fair geführter Diskussionen wurden dann konkrete Mehrheitsentscheidungen gefällt. „Die Schüler erfahren so, dass es in einer Demokratie um den Ausgleich von Interessen im Diskurs geht, oft auf dem Wege des Kompromisses“, so Ute Hein.

„Schöne Abwechslung“

Die Schüler waren sehr zufrieden. „Eine schöne Abwechslung zum normalen Schulalltag“, so Julia Bischof. „Gut durchdacht, innovativ, realitätsnah“, lautete das Urteil von Justin Müller. Auch Politiklehrer Benjamin Pinkerneil war zufrieden und plant eine Wiederholung mit einer anderen Klasse.

Die Schulleitung unterstützte das Projekt von Beginn an, unter anderem mit Mitteln des Fördervereins. „Ein solches Planspiel trägt dazu bei, Vorbehalte unserer Schüler gegenüber Politikern abzubauen und sie selbst zu politischem Engagement zu bewegen“, so Schulleiter Thomas Gurdon.

Quelle: Eschweiler Nachrichten vom 24. September 2018