Die ersten Schritte zum möglichen Lebensretter

Schüler des Berufskollegs sollen in Notsituationen Verantwortung übernehmen. Projekttag zur Laienreanimation.

Oft sind es nur wenige Minuten, die zwischen Leben und Tod entscheiden, und schnell kann ein völlig Unbeteiligter zum Lebensretter werden. Die Schüler des Berufskollegs sollen in Notsituationen künftig Verantwortung übernehmen können. Mit einem Projekttag zur Laienreanimation wurden sie für den Ernstfall vorbereitet.

Lebensretter

„Prüfen, rufen, drücken“: Unter den geübten Augen von Notarzt Till Klein probieren sich die Schüler an den Reanimationspuppen aus. Foto: Christian Ebener

Nach der Devise „Prüfen, rufen, drücken” vermittelte Notarzt Till Klein den Jugendlichen die Vorgehensweise bei einer nötigen Reanimation. Nachdem Ansprechbarkeit und Atmung des Patienten geprüft wurden, gelte es, sofort den Notarzt zu rufen. Die durchschnittliche Zeit bis zur Ankunft beträgt jedoch acht Minuten in der Stadt – im Ernstfall oft zu viel. An Reanimationspuppen wurde die richtige Art der Herzdruckmassage gelehrt, um in dieser Zeit einschreiten zu können. Zum richtigen Rhythmus und mit viel Kraft müsse dann gearbeitet werden, mahnte Klein an und gab den jungen Erwachsenen die richtigen Tipps für die durchaus anstrengende Wiederbelebung.

Über 100.000 Menschen erleiden jährlich außerhalb einer Klinik einen Herzstillstand, weniger als 20 Prozent überleben, weiß Angela Schulte, die die Fortbildung organisierte. „Die meisten Fälle gibt es innerhalb der Familie, wo nicht viele Ersthelfer anwesend sind. Je mehr Menschen dann richtig handeln, desto besser”, unterstrich die Sanitätskoordinatorin der Schule. Schulleiter Thomas Gurdon ergänzte: „Wir sind der Meinung, dass unsere Schüler auf dem Weg ins Erwachsensein auch Verantwortung übernehmen müssen. Der Grundlage dafür müssen wir gerecht werden.”

Theorie und Praxis

Der Projekttag soll deshalb regelmäßig wiederholt werden, mit dem Rettungsdienst Kreis Aachen und der Anästhesiologie der Uniklinik Aachen habe die Schule erfahrene Partner. Zudem sorgen drei automatisierte externe Defibrilatoren (AEDs) für Sicherheit im Schulgebäude. Die Anwendung der Geräte war ebenfalls Thema bei der Fortbildung. Damit folge die Schule der Empfehlung der Kultusministerkonferenz und vermittle theoretische und praktische Kenntnisse zum Verhalten im Notfall.

Quelle: Eschweiler Nachrichten vom 16. März 2019