Training: Dem Falschgeld auf der Spur

Schüler des Einzelhandels am Berufskolleg Eschweiler lernen bei Schulung den Umgang mit Banknoten

Unser Geld wird immer sicherer. Die Sicherheitsmerkmale der Banknoten sind deutlich verbessert worden. Trotzdem versuchen Fälscher, Blüten in Umlauf zu bringen. Zu 70 Prozent sind davon die 50 Euro-Scheine betroffen. Ein primäres Ziel der Fälscher ist der Einzelhandel, um ihr Falschgeld in Umlauf zu bringen. Damit ist klar, wie viel Aufmerksamkeit und gute Kenntnisse die zukünftigen Fachleute im Einzelhandel haben müssen, um nicht auf Falschgeld hereinzufallen.

Falschgeld

Spannende Lernerfahrung: Heiko Schnitzler von der Deutschen Bundesbank demonstrierte Auszubildenden im Einzelhandel am Berufskolleg Eschweiler die Überprüfung von Banknoten. Foto:Manuela Rynio

Entsprechend groß war das Interesse der Auszubildenden des Einzelhandels an den Informationen, die Heiko Schnitzler von der Deutschen Bundesbank über echtes und falsches Geld in seiner theoretischen und praktischen Vorführung weitergab. Hierzu hatte er zu jeder echten Banknote jeweils eine Fälschung, die aus dem Umlauf gezogen wurde, mitgebracht.

Fühlen, Sehen, Kippen

Auch wenn dem Einzelhandel technische Hilfsmittel wie Prüflampen und -stifte zur Verfügung stehen, ist das Wissen des Verkaufspersonals über die Sicherheitsmerkmale der sicherste Schutz davor, Falschgeld anzunehmen und unbewusste weiter zu geben. Ohne technische Hilfsmittel empfiehlt die Deutsche Bundesbank drei bewährte Kriterien, um die Sicherheitsmerkmale zu prüfen: Fühlen, Sehen und und Kippen.

Banknotenpapier hat ein besonderes Griffgefühl. Es fühlt sich fest an. Schon beim Anfassen der Banknote können so einfache Fälschungen erkannt werden. Teile des Druckbildes sind als Relief zu fühlen und zusätzlich gibt es Schraffuren am rechten und linken Rand. Auch das Wasserzeichen lässt sich im unbedruckten Bereich jeder Note als Schattenbild sehen, wenn man sie gegen das Licht hält. Und zuletzt verändern sich die Hologrammelemente beim Kippen der Banknote. Es zeigen sich regenbogenfarbige Effekte, welche die Motive umgeben. Die Banknoten der Europa-Serie weisen zudem auf der Vorderseite links unten die Smaragdzahl auf.

Da Falschgeld in Umlauf zu bringen eine Straftat ist, hat das Verkaufspersonal im Einzelhandel eine hohe Verantwortung. Deswegen wurden auch Verhaltensregeln besprochen. Die Schüler des Einzelhandels waren von dieser spannenden und informativen Lehrveranstaltung begeistert. Die Schülerin Vivien Hübner erläuterte: „Jetzt fühle ich mich sicherer, weil ich nun weiß, wie ich handeln sollte. Auf jeden Fall muss ich den Schein festhalten und Vorgesetzte dazurufen.“ Der Schüler Enes Caglar ergänzte: „Ich habe sehr viel mit Geld zu tun und arbeite auch mit Prüfgeräten. Jetzt habe ich zusätzlich die Möglichkeit, selbst Falschgeld zu erkennen.“ Die Schülerinnen Aylin Dogan und Sabrina Marx waren begeistert, dass sie einmal Falschgeld in den Händen halten und den Unterschied zum richtigen Geld durch das Fühlen und das Kippen erkennen konnten.

Auch für Thomas Gurdon, Schulleiter des Berufskollegs Eschweilers, hat die Fortbildung der Schüler eine hohe Bedeutung. „Deutschland ist das Land in dem viele Menschen immer noch gerne mit Bargeld bezahlen. Solange sich digitale Zahlungsformen nicht flächendeckend ausbreiten, bleibt die Erkennung von Falschgeld ein wichtiges Interesse aller Händler und Kunden. Darin unterstützen wir die zukünftigen Mitarbeiter im Einzelhandel.“

Quelle: Eschweiler Nachrichten vom 14. April 2019