Verfahrenstechnologen/in

Berufsbild

Verfahrenstechnologen stellen Stähle, Nichteisenmetalle und Legierungen her und formen diese zu Halbzeugen um. Sie arbeiten in Hüttenbetrieben, Recyclingbetrieben, Gießereien und Umformbetrieben. Dort steuern und überwachen sie die Produktionsanlagen und führen Instandhaltungsarbeiten aus. Außerdem gehören zu ihren Aufgaben die produktionsbegleitende Qualitätssicherung und Werkstoffprüfungen.

Fachrichtungen

Je nach Fachrichtung stehen unterschiedliche berufliche Tätigkeitsfelder und somit unterschiedliche Ausbildungsinhalte im Vordergrund. Es gibt vier Fachrichtungen:

  • Stahlumformung
  • Nichteisenmetallumformung
  • Eisen- und Stahlmetallurgie
  • Nichteisenmetallurgie

Ausbildung

Die Ausbildung zum Verfahrenstechnologen dauert in der Regel 3,5 Jahre und endet mit der Facharbeiterprüfung vor der Industrie- und Handelskammer. Nach 18 Monaten erfolgt die Abschlussprüfung Teil 1 und am Ende der Ausbildung die Abschlussprüfung Teil 2. Sie bestehen jeweils aus einer Kenntnis- und einer Fertigkeitsprüfung. Bei dieser sogenannten gestreckten Abschlussprüfung geht das Ergebnis von Teil 1 zu 30% in das Gesamtergebnis ein.

Aus den Tätigkeiten und Aufgaben ergeben sich folgende wesentliche Inhalte der Berufsausbildung:

  • Umformverfahren bzw. Metallurgie
  • Produktions- und Prozesssteuerung
  • Instandhaltung
  • Werkstoffprüfung
  • Qualitätssicherung

In Stolberg bilden drei Unternehmen Verfahrenstechnologen Metall aus: Aurubis, KMD und Schwermetall

Berufsschulunterricht

Auszubildenden aus dem gesamten Regierungsbezirk Köln werden am Berufskolleg Eschweiler unterrichtet. Da es sich um eine Bezirksfachklasse handelt, besuchen auch Auszubildende von Betrieben aus Bad Münstereifel, Bonn, Troisdorf und Wiehl das Berufskolleg Eschweiler. Überwiegend werden Verfahrenstechnologen der Fachrichtungen Stahlumformung und Nichteisenmetallumformung unterrichtet.

Wie in jeder dualen Ausbildung, wird im Berufsschulunterricht die fachtheoretische Ausbildung vertieft und die Allgemeinbildung erweitert. In den ersten drei Ausbildungsjahren umfasst der Unterricht jeweils 12 Wochen – überwiegend in Form von zweiwöchigen „Blockwochen“. Im letzten halben Jahr folgen noch 4 Wochen. In einer Blockwoche werden 35 bis 40 Unterrichtsstunden erteilt.
Die Unterrichtsfächer gliedern sich in drei Lernbereiche: berufsbezogener Lernbereich, berufsübergreifender Lernbereich und Differenzierungsbereich.

Berufsbezogener Lernbereich:

  • Aufbereiten und Bearbeiten von Produkten
  • Produktfertigung und Anpassung
  • Überwachung, Steuerung und Instandhaltung
  • Wirtschafts- und Betriebslehre
  • Fremdsprachliche Kommunikation (Englisch)

Berufsübergreifender Lernbereich:

  • Deutsch/Kommunikation
  • Religionslehre
  • Sport/Gesundheitsförderung
  • Politik/Gesellschaftslehre

Differenzierungsbereich:

  • Mathematik-physikalische Grundlagen

Mit dem Berufsschulabschluss kann – bei entsprechenden Leistungen – die Fachoberschulreife mit Qualifikationsvermerk erworben werden.